Donnerstag, 21. Mai 2009

Denn ich bin für dich da, nein ich bin wegen dir hier ...

Außnahmsweise mal keine dicke fette Motte, sondern ein kleines Marienkäferchen das sich in meine Wohnung verirrt hat. Irgendwie ist es in die Lampe geklettert und hat lange Zeit den Weg nach draußen nicht gefunden. Nun ist es wieder weg. Fliegt wahrscheinlich ziellos durch die Nacht. Ich würde ja am liebsten vermuten, dass es zurück nach Hause zu seinem Partner fliegt, aber Marienkäfer sind keine Pinguine oder Schwäne, sie binden sich nicht für ein ganzes Leben. Sie haben verschiedene Partner. Wahrscheinlich ist er jetzt auf der Suche nach einem kleinen Abenteuer. Sicher wird er fündig. Schließlich war heute Feiertag und die meisten Marienkäfer müssen morgen nicht zur Arbeit. Sie werden sich ebenso draußen herumtreiben, um jemanden zu finden der sie kurzzeitig von der Einsamkeit befreien kann. Und morgen früh düsen sie wieder allein durch die Luft oder auch nicht, schließlich kann der Beischlaf bis zu 18 Stunden dauern...
Will man nun als Marienkäfer oder doch lieber als Schwan sein Leben verbringen? Hat wohl beides seine Vor- und Nachteile und wann man was lieber will ändert sich im Laufe der Zeit sicher einige Male oder auch nicht. Gibt genug Menschen, die erst ruhen bis "der Richtige" gefunden ist. Auf achtel, viertel oder halbe Sachen wird sich nicht eingelassen. Warten auf den passenden Schwan und an dem wird sich festgehalten, so lange es eben geht. Der Traum vom Glück zu zweit. Andere wiederum erfreuen sich ihres Marienkäferdaseins. Einfach und unkompliziert. Keine Erwartung. Keine Enttäuschung. Kurzfristige Höhenflüge in (un-)regelmäßigen Abständen. Von Schwänen kann man dafür kein Verständnis erwarten. Umgekehrt wissen die Marienkäfer aber um die Vorteile des Schwanenliebeslebens und wahrscheinlich ist es nur ihre Rationalität, die sie davon abhält ein solches zu führen. Die Utopie von der Ewigkeit. Nichts ist von Dauer. Traurig aber wahr und trotzdem ist die Lage nicht so aussichtslos wie sie scheint. Wo kämen wir denn da hin, wenn wir alle Marienkäfer wären? Gefühlskrüppel ahoi! Nee nee, nix da! Schließlich ist da ja noch die Hoffnung und die trägt jeder irgendwo in sich. Die Millionen von Jahren Evolution müssen ja für irgendwas gut gewesen sein. Sind ja schließlich alle auf die Suche nach dem Richtigen programmiert...
Huch und er ist doch noch nicht weggeflogen, sondern immernoch in der Lampe. Vielleicht lässt sich der Weg besser finden, wenn ich sie ausschalte und er sich am Licht das draußen scheint orientieren kann. Ich werde beim Einschlafen darüber nachdenken, wer eher meinem Naturell entspricht: der Marienkäfer oder der Schwan?

2 Kommentare:

Chrissi hat gesagt…

Hey:) Bin durch zufall auf deinen block gestoßen. Sehr schön:)

Claudi hat gesagt…

Eine sehr sehr schöne Analogie =)