Das ganze Leben ist ein Spiel und wir sind nur die Kandidaten. Das ganze Leben ist ein Spiel und wir raten, raten, raten ...Man darf gar nicht darüber nachdenken wieviele unzählige unterschiedliche Möglichkeiten es in jedem einzelnen Moment gibt. Und noch weniger darüber, welche möglichen Konsequenzen jede dieser möglichen Handlungen nach sich ziehen könnte. Schon gar nicht, nachdem eine Entscheidung erstmal getroffen ist. Das Was-wäre-wenn-Spiel ist zwar ein sehr reinzvolles, aber realistisch betrachtet doch ziemlich unnütz. Bringt im Nachhinein ja eh nichts mehr. Vergangenheit und somit vorbei.
Für 95% aller Situationen haben wir bestimmte Alltagsroutinen entwickelt, die es verhindert, dass wir in jedem Moment aufs Neue überlegen müssen, was wir jetzt am besten tun. Wir wissen wie wir uns begrüßen, wie wir uns an der Kasse bei Aldi (oder Lidl oder Penny oder Rewe) zu verhalten haben oder was man im öffentlichen Raum tun "darf" und was man besser lieber zu Hause erledigt. Intuitiv greifen wir auf das zurück, was wir immer machen. Wir machen es immer so, weil wir es so gelernt haben oder weil es sich in der Vergangenheit bewährt hat. Das ist gut so. Ohne dieses routinemäßige Verhalten wäre das Leben wohl eine einzige Qual.
Was ist aber mit den restlichen fünf Prozent? All jene Situationen, die uns vor eine Herausforderung stellen? Die uns dazu zwingen genauer hinzuschauen, Konsequenzen abzuwägen? Die es uns nicht erlauben auf unsere Erfahrungen zurückzugreifen?
Manchmal haben wir Glück und haben ähnliches schonmal erlebt und können daraus ableiten, was die beste Wahl ist oder zumindest unsere Handlungsmöglichkeiten einschränken. Manchmal aber bleibt uns dieses Glück verwehrt. Und dann? Dann läuft das Kopfkino auf Hochtouren. Malt sich alle möglichen Szenarien aus. Zu allererst ist das meist der "worst case". Es folgen weniger schlimme bis neutrale Vermutungen darüber wie es laufen könnte. Von Dritten (besser bekannt als Freunde) werden wir meist darauf hingewiesen, dass es auch anders, besser ausgehen könnte. Die Symbiose aus allem lässt uns dann eine Entscheidung treffen. Ob das dann nun die richtige oder falsche war, stellt sich erst hinterher heraus.
Das wichtigste dabei ist denke ich einfach, dass man seine Erwartungen auf einem neutralen Level hält, um möglichen Enttäuschungen vorzubeugen. Denn es ist doch so: Von ganz oben (hohe Erwartungen) auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt zu werden kann sehr sehr schmerzhaft sein. Von einem unvoreingenommenem Niveau (neutrale Erwartungen) gen Himmel geschossen zu werden ist umso schöner.
Naja, aber was nützt die ausgeklügeltste Theorie, wenn im Spiel des Lebens doch mal wieder alles anders kommt ...