"Das Geheimnis einer glücklichen Beziehung", so heißt es, "liegt im Gleichgewicht zwischen gegenseitigem Geben und Nehmen". Das trifft sowohl auf Liebesbeziehungen, als auch auf Freundschaften zu. Aber, wann befindet sich in unserem Leben schonmal etwas im Gleichgewicht?Das ist ein Idealzustand, eine Utopie. Wir leben im ständigen Ungleichgewicht und arbeiten uns daran ab, dieses auszugleichen. Alles andere würde Stillstand, Monotonie und Langeweile bedeuten.
Geht es um zwischenmenschliche Beziehungen kommt eine da eine große Kleinigkeit hinzu - nicht mehr wir allein sind dafür verantwortlich dieses Gleichgewicht herzustellen. Es sind zwei Menschen, die gleichzeitg versuchen diesen Zustand zu erreichen. Dass das zu zweit weitaus schwieriger ist, wird keiner bestreiten.
Wir müssen nicht nur unsere eigene Geben-Nehmen-Waage ins Gleichgewicht bringen, nein, da ist noch ein anderer, der Gleiches mit seiner Waage versucht. Um uns das Beziehungsleben ein wenig leichter zu machen, legen wir unsere Waagen zusammen. Gemeinsam versuchen wir die Beziehungswaagschalen auf gleichem Niveau zu halten. Das ist nicht einfach, nein, es ist schwer und erfordert einiges an Feingefühl. Wir müssen das richtige Maß von Nähe und Ferne finden, unsere Erwartungen aufeinander abstimmen, unsere Verhaltensweisen anpassen, herausfinden, wieviel "Ich" und wieviel "Wir" es braucht und eben das Verhältnis von Geben und Nehmen austarieren.
Aber wieviel ist man bereit zu geben? Ab wann gibt man zuviel? Was, wenn zwei "Gebermenschen" aufeinander treffen? Dann evozieren wir zwangsläufig ein Ungleichgewicht.
Wir fangen an, unsere eigenen Gefühle zu verstecken, um die des anderen zu schonen. Wir drehen an der Schraube der Erwartungen, um es für uns leichter zu machen. Wir geben ein Stück weit unser "Ich" zugunsten des gemeinsamen "Wir" auf. Doch wie lange kann das gut gehen? Wieviel "Wir" ist das "Ich" bereit auszuhalten?
Ich glaube, Beziehungen leben von einem Mehr an Geben und einem Weniger an Nehmen. Eine Beziehung führen heißt Kompromisse einzugehen. Und warum tun wir das? Warum sind wir bereit mehr zu geben als wir nehmen? Weil es uns das wert ist! Ist das nicht der Fall, wird die Beziehung früher oder später an ihrem Ungleichgewicht zerbrechen.
0 Kommentare:
Kommentar veröffentlichen